Schulreform in Baden-Württemberg
Schulreform in Baden-Württemberg
Das Schulwesen Baden-Württembergs beruht auf dem Prinzip des dreigliedrigen Schulsystems: Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Doch wie in vielen anderen Bundesländern auch, sinken die Schülerzahlen an Hauptschulen. Werkrealschulen sollen Abhilfe schaffen.
Ein gegliedertes Schulsystem soll Schüler entsprechend ihren Begabungen und Fähigkeiten fördern. Zudem tragen Privatschulen in Baden-Württemberg zu einer weiteren Differenzierung des Schulsystems bei. Dennoch rufen sinkende Schülerzahlen an Hauptschulen zu einer Schulreform auf.
Werkrealschulen – die Brücke von Haupt- zu Realschule
"Die Frage der Schulform wird durch Zahlen entschieden, nicht durch Ideologie", sagt Kultusminister Helmut Rau. Und als Antwort auf die sinkenden Schülerzahlen an Hauptschulen bietet Baden-Württemberg seinen Kommunen an, Hauptschulen zu sogenannten "Werkrealschulen" umzubauen. Diese Werkschulen sollen Schülern die Möglichkeit bieten, den Realschulabschluss zu absolvieren. Die Bedingung: Es müssen mindestens zwei Klassen pro Jahrgang zusammenkommen.
Besonders Kommunen mit sehr kleinen Hauptschulen sollen über einen Zusammenschluss nachdenken. Der politische Trick dabei ist: Nicht die Landesregierung verfügt eine Schulreform, sondern jede Kommune entscheidet selbst über die Fusion.
Qualitätsoffensive Bildung
Die Landesregierung in Baden-Württemberg hat mit einem Maßnahmenpaket im Bildungsbereich deutliche Zeichen gesetzt. Die Qualität der Schulen und Schulausbildungen soll bis 2012 mit zusätzlichen Mitteln von rund 530 Millionen Euro gefördert werden. Die Schwerpunkte der „Qualitätsoffensive Bildung“ sind neben der Absenkung der Klassengröße auf 28 Schüler, die qualitative Stärkung der Hauptschulen sowie eine verstärkte Personalentwicklung.
Ganztagsschulen sind in Baden-Württemberg im Ausbau
Familienfreundlich und qualitätsstark sollen sie sein – Ganztagsschulen. Die Weiterentwicklung der Ganztagsschulen ist zentraler Gegenstand der Bildungspolitik. Ziel ist, bis zum Jahr 2015 rund 40 Prozent der öffentlichen allgemeinbildenden Schulen zu Ganztagsschulen einzurichten. Diese Reform fordert die Einstellung von über 1800 Lehrstellen. Das Jugendbegleiter-Programm sieht den Einsatz von Jugendbetreuern an Ganztagsschulen vor. Dieses Programm soll eine pädagogische sinnvolle Ergänzung des schulischen Alltags darstellen.
